Ich freue mich über das große Interesse an unserem Blog, deshalb gibts jetzt mal wieder einen Eintrag (trotz Group Paper- und Freizeitstress)!
Das letzte Wochenende war extralang - von Mittwoch Mittag bis einschließlich Montag hatten wir frei. Da Daniel etwas reisemüde ist und ich den Norden und den Süden im Anschluss noch bereisen werde, haben wir uns dazu entschlossen Zentralvietnam ein wenig genauer zu erkunden. Wir sind am Donnerstag Mittag nach Hue gefahren, ca. 3 Std nördlich von Hoi An. Die Bilder hab ich ganz unten eingefügt, deshalb gibts das Wochenende in umgekehrter Reihenfolge... Nach Hue sind wir nach Dong Ha gefahren, um die Demilitarisierte Zone (DMZ) zu besuchen - ein Stück USA-Vietnam-Geschichte.
Wir haben uns einen Guide genommen und sind mit ihm von Dong Ha aus durch die DMZ gefahren und haben uns verschiedene Stationen angeschaut. Der große Friedhof der gefallenen Soldaten aus dem Vietnamkrieg war die erste Station.
Hier liegen zahllose Soldaten nach der jeweiligen Region aufgeteilt beerdigt. Hier waren wir im Viertel der Soldaten aus Hanoi. Traditionell werden Räucherstäbchen für die Toten verbrannt und der ganze Friedhof war von einer Rauchwolke überzogen. (Das ist übrigens der Grund, warum mein seine Essstäbchen niemals senkrecht in die Nudelsuppe steckt, sondern auf den Tellerrand legt - die Ähnlichkeit zu den zeremoniellen Räucherstäbchen ist zu groß und niemand möchte beim Essen an den Tod erinnert werden)
Ich nehme mal an, dass das ein Ehrengrab ist, weiß es aber nicht mit Sicherheit, weil unser Guide trotz aller Versprechungen nicht besonders gut in Englisch war und kaum was erzählt hat. Er wurde aber etwas gesprächiger, als wir den Reiseführer gezückt haben und einfach mal laut nachgelesen haben ;-)
Die Beteiligung der Frauen im Vietnamkrieg war nicht zu unterschätzen: Direkte Beteiligung, Ermutigung der Söhne und Ehemänner zum ehrenhaften Einsatz im Krieg und Unterstützung der Truppen durch Essen und Monition. Frauen sind nicht immer der friedliche und friedliebende Part einer Gesellschaft ;-)
Weiter gings über kleine Feldwege und ich saß auf Daniels Roller hinten drauf und hab die Schläge der Schlaglöcher immer ein klein bisschen stärker abbekommen - hat aber echt Spaß gemacht über Stock und Stein zu fahren und unser Guide hat das Beste aus seiner Maschine rausgeholt - so much fun :)
Unten ist ein Denkmal zum Vietnamkrieg (bzw. American War, wie er hier heißt), das an der Verbindungsbrücke zwischen Nord- und Südvietnam plaziert wurde.
Unsere letzte Station waren die Vinh Moc Tunnel, aber erstmal sind wir an einer Pfefferplantage vorbeigefahren und haben frischen Pfeffer genascht - so lecker und im Abgang verdammt scharf!

Vinh Moc war ein kleines Dorf an der Küste Zentralvietnams, das nach ununterbrochenem Bombardement der US-Amerikaner beschlossen hat, ein dreischichtiges Tunnelsystem zu graben und das Leben unterirdisch fortzusetzen.
Die Tunnel sind insgesamt 2km lang und bestehen aus 3 Ebenen - in 12 Meter Tiefe bis zu 23 Meter tief. Ca. 90 Familien haben hier für 5 Jahre gewohnt und in der Zeit wurden 17 Babies geboren.
Es war wirklich beeindruckend und es ist unfassbar, was in 18 Monaten entstehen kann!
Das Tunnelsystem war auch sehr stabil und hat allen Bomben standgehalten - andere Tunnel in Vietnam fielen in sich zusammen und haben alle dort lebenden Familien begraben.
Daniel und ich waren wirklich hin und weg von den Tunneln und unser Guide hat sich darüber sichtlich gefreut - das ist schon ein stolzer Teil der Geschichte für die Vietnamesen ;)
Danach gings auf den Heimweg durch die wunderschöne Küstenlandschaft - einfach schön!
So, jetzt kommt noch der Einschub zu Hue!
Auf dem Weg nach Hue sind wir mit dem Bus zu einer kleinen Raststätte gefahren worden und waren kurz an diesem gespenstig zauberhaften See unterwegs:
In Hue angekommen haben wir per Zufall das Hotel ausgesucht, in dem auch ganz viele andere Studenten aus dem Psychologiekurs untergekommen sind.
Abends gings dann erstmal ans Flussufer, um die kitschig-schönen Lichter der Brücke und des Lotusrestaurants zu bestaunen.
Am nächsten Tag haben wir uns Fahrräder ausgeliehen und sind damit durch die Stadt zu der alten Zitadelle gedüst.
Nach der Verbotenen Stadt in Peking war das jetzt im Vergleich eher enttäuschend. Der französische und amerikanische Krieg haben von der einstigen Pracht wenig übrig bleiben lassen und so waren wir ziemlich schnell durch. Aber ich hab mich sehr über die Elefanten gefreut - auch wenn ich mich gegen jede weiteren Aktivitäten mit Tieren entschieden habe wars doch schön sie zu sehen ;-)
Zum Abschluss haben wir noch mit einem lokalen Bier aus Hue angestoßen - das Huda, gebraut mit dänischer Technologie - Globalisierung ist doch was Feines :-)
Das Studium dauert jetzt noch 3 Wochen und wir sind in der heißen Phase für das Group Paper - deshalb werd ich erstmal wieder fauler werden mit Blogeinträgen - danach wieder mehr!
Daniel kommt Mitte April wieder und ich Mitte Juli - ich freu mich schon, bin aber auch gespannt auf Laos, Indonesien, Singapur und und und :-)
Mein Phantasieessen im Moment: eine bayerische Brotzeitplatte mit Obazda, Breze und Kipferl und einen riesigen gemischten Salat!
Liebste Grüße aus Hue!
Das letzte Wochenende war extralang - von Mittwoch Mittag bis einschließlich Montag hatten wir frei. Da Daniel etwas reisemüde ist und ich den Norden und den Süden im Anschluss noch bereisen werde, haben wir uns dazu entschlossen Zentralvietnam ein wenig genauer zu erkunden. Wir sind am Donnerstag Mittag nach Hue gefahren, ca. 3 Std nördlich von Hoi An. Die Bilder hab ich ganz unten eingefügt, deshalb gibts das Wochenende in umgekehrter Reihenfolge... Nach Hue sind wir nach Dong Ha gefahren, um die Demilitarisierte Zone (DMZ) zu besuchen - ein Stück USA-Vietnam-Geschichte.
Wir haben uns einen Guide genommen und sind mit ihm von Dong Ha aus durch die DMZ gefahren und haben uns verschiedene Stationen angeschaut. Der große Friedhof der gefallenen Soldaten aus dem Vietnamkrieg war die erste Station.
Hier liegen zahllose Soldaten nach der jeweiligen Region aufgeteilt beerdigt. Hier waren wir im Viertel der Soldaten aus Hanoi. Traditionell werden Räucherstäbchen für die Toten verbrannt und der ganze Friedhof war von einer Rauchwolke überzogen. (Das ist übrigens der Grund, warum mein seine Essstäbchen niemals senkrecht in die Nudelsuppe steckt, sondern auf den Tellerrand legt - die Ähnlichkeit zu den zeremoniellen Räucherstäbchen ist zu groß und niemand möchte beim Essen an den Tod erinnert werden)
Ich nehme mal an, dass das ein Ehrengrab ist, weiß es aber nicht mit Sicherheit, weil unser Guide trotz aller Versprechungen nicht besonders gut in Englisch war und kaum was erzählt hat. Er wurde aber etwas gesprächiger, als wir den Reiseführer gezückt haben und einfach mal laut nachgelesen haben ;-)
Die Beteiligung der Frauen im Vietnamkrieg war nicht zu unterschätzen: Direkte Beteiligung, Ermutigung der Söhne und Ehemänner zum ehrenhaften Einsatz im Krieg und Unterstützung der Truppen durch Essen und Monition. Frauen sind nicht immer der friedliche und friedliebende Part einer Gesellschaft ;-)
Weiter gings über kleine Feldwege und ich saß auf Daniels Roller hinten drauf und hab die Schläge der Schlaglöcher immer ein klein bisschen stärker abbekommen - hat aber echt Spaß gemacht über Stock und Stein zu fahren und unser Guide hat das Beste aus seiner Maschine rausgeholt - so much fun :)
| Schlammig - juuuche! |
| Der weltwohl beste Kraftfahrzeugsführer ;-) |
Unten ist ein Denkmal zum Vietnamkrieg (bzw. American War, wie er hier heißt), das an der Verbindungsbrücke zwischen Nord- und Südvietnam plaziert wurde.
| Verbindungsbrücke |
| Flaggenturm und Museum zum Vietnamkrieg |
| Pfeffer |
| Und so sieht das dann aus, wenn man stolz ist frischen Pfeffer in der Hand zu haben |
| Wertstofftransport auf dem Fahrrad |
| Einer der 12 Eingänge |
| Heute von Bambus umgeben und eine herrliche Aussicht aufs Meer |
| Das Bombenloch ist größer als Daniel |
| Bomben, die auf das Gebiet geworfen wurden |
| Bombenwarnsystem mit einer alten Bombe |
| Das Museum |
| 3 Ebenen und bis zu 23 Meter tief - sehr beeintruckend! |
| Kleine "Räume" mit Platz für das Familienleben |
| Ich hab knapp reingepasst und musste mich meistens bücken... |
Es war wirklich beeindruckend und es ist unfassbar, was in 18 Monaten entstehen kann!
Das Tunnelsystem war auch sehr stabil und hat allen Bomben standgehalten - andere Tunnel in Vietnam fielen in sich zusammen und haben alle dort lebenden Familien begraben.
Daniel und ich waren wirklich hin und weg von den Tunneln und unser Guide hat sich darüber sichtlich gefreut - das ist schon ein stolzer Teil der Geschichte für die Vietnamesen ;)
Danach gings auf den Heimweg durch die wunderschöne Küstenlandschaft - einfach schön!
| Typische Kokusnussboote |
| Der Roller - DAS Transportmittel |
| Salzgewinnung |
| Chinesischer Friedhof am Straßenrand |
| Reisfelder wohin das Auge reicht |
So, jetzt kommt noch der Einschub zu Hue!
Auf dem Weg nach Hue sind wir mit dem Bus zu einer kleinen Raststätte gefahren worden und waren kurz an diesem gespenstig zauberhaften See unterwegs:
In Hue angekommen haben wir per Zufall das Hotel ausgesucht, in dem auch ganz viele andere Studenten aus dem Psychologiekurs untergekommen sind.
Abends gings dann erstmal ans Flussufer, um die kitschig-schönen Lichter der Brücke und des Lotusrestaurants zu bestaunen.
Am nächsten Tag haben wir uns Fahrräder ausgeliehen und sind damit durch die Stadt zu der alten Zitadelle gedüst.
| Per Hand wird die Straßenmarkierung aufgemalt - ein Herz :) |
| Zitadelle von Hue |
Nach der Verbotenen Stadt in Peking war das jetzt im Vergleich eher enttäuschend. Der französische und amerikanische Krieg haben von der einstigen Pracht wenig übrig bleiben lassen und so waren wir ziemlich schnell durch. Aber ich hab mich sehr über die Elefanten gefreut - auch wenn ich mich gegen jede weiteren Aktivitäten mit Tieren entschieden habe wars doch schön sie zu sehen ;-)
| Die Ehrenbomben |
Das Studium dauert jetzt noch 3 Wochen und wir sind in der heißen Phase für das Group Paper - deshalb werd ich erstmal wieder fauler werden mit Blogeinträgen - danach wieder mehr!
Daniel kommt Mitte April wieder und ich Mitte Juli - ich freu mich schon, bin aber auch gespannt auf Laos, Indonesien, Singapur und und und :-)
Mein Phantasieessen im Moment: eine bayerische Brotzeitplatte mit Obazda, Breze und Kipferl und einen riesigen gemischten Salat!
Liebste Grüße aus Hue!
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen