Montag, 2. Dezember 2013

Sapa!

Die vorerst letzte Station in Vietnam ist Sapa, das von den Franzosen als Bergstation gebaut wurde. Ich bin morgens mit dem Nachtzug angekommen und hab mich erstmal ausgeruht. Beim Frühstücken hab ich mich mit zwei deutschen Mädls und einer Schweizerin unterhalten und mit ihnen dann den verregneten Tag verratscht und es war ein richtig schöner Tag! Der nächste Tag war auch noch sehr regnerisch und ich hab die Zeit für die Abschlussarbeit genutzt und war faul. Am Nachmittag kam dann die Sonne raus und ich bin auf den Aussichtsberg gegangen. 


Aussicht auf Sapa
Da standen dann noch lauter so kitschige Plastikfiguren rum, wie das hier:

hübsch...
Heute Morgen war ich dann sehr überrascht, dass es so schön war und hab mich auf den Weg zum Cat Cat Village - ein Dorf einer der zahlreichen Minoritäten in Vietnam - aufgemacht. Das hat ungefähr 2,5 Stunden gedauert und mir tat die Bewergung sehr gut. Immer im Zug, Bus oder an der Hausarbeit zu sitzen tut auf Dauer nicht gut. 
Die Damen aus den Minoritätendörfern versuchen einem alles mögliche anzudrehen. Ich hab heute Armreifen aus "echt Silber" gekauft und die färben jetzt schon ab :-(
Aber dafür hab ich ein hübsches Foto bekommen und hab mich eine Weile sehr nett mit ihnen unterhalten. 


Ich fand sie sehr hübsch mit ihrem offenen Lachen
 Sapa ist berühmt für seine Reisfelder, die treppenförmig in den Berg geschmiegt werden.
Den "Killerview" bekommt man nur bei einem mehrtägigen Trip, aber ein paar Reistreppen hab ich auch bei meinen beiden kleineren Ausflügen gesehen:








Der Rinderkopf hat so gestunken - war kein Kaufanreiz...

Cat Cat Wasserfall

Wacklige Brücke - waaahaa...

Reis, Berge, Wolken - was will ich denn mehr? 


Und zurück in Sapa hab ich noch diesen Schweinetransport gesehn - das Schwein hat noch gelebt und das ist netter als das Schwein vor sich herzutreiben und regelmäßig zu schlagen ;-)


Heute um 17h werd ich vom Hotel abgeholt und dann gehts mit dem Nachtzug zurück nach Hanoi und dann Morgen nach Laos!
Davor muss ich noch ein paar Sachen in Hanoi besorgen, Malerone, Passbilder etc... und noch das letzte Sightseeing im Norden von Vietnam machen :-)

Kalkfelsen, Kalkfelsen, Kalkfelsen...

Die letzten beiden Tage hab ich ganz den Kalkfelsen Vietnams gewidmet. Mit dem Nachtzug gings von Danang nach Ninh Binh, dort hab ich eine Tour mit dem Ruderboot durch die Kalkformationen gemacht - aber die Bilder folgen unten, wurde andersrum hochgeladen, also dann erst Halong Bay.

In Ninh Binh hab ich eine Tour zur Halong Bay gebucht: Hinfahren, eine Nacht auf einem Boot und Transport nach Hanoi inklusive. Wunderbar!
65 Dollar ärmer bin ich am nächsten Morgen um 7h vor das Hotel gesetzt worden "Bus will take you to Halong Bay". Aha, danke für die zahlreichen Infos zu dieser Tour. Na dann mal los...
Es war ein "Local Bus", heißt: super langsam und gerammelt voll. Ich war die einzige Westlerin, auch gut - ich kann mich ja ein bisschen in Vietnamesisch verständigen... Die Strecke sollte ca. 2,5 Stunden dauern, nach 2 Stunden wurden wir aus dem Bus gescheucht - für den Grund hat mein Vietnamesische nicht gereicht... Naja, gut am Straßenrand habe wir dann eine Stunde gewartet bis es wieder weiter ging - ich habs ja nicht eilig und auch keine Ahnung, wann und wo mein Boot ablegt, also kann ich eh nichts anderes machen als "go with the flow...".
Kurz vor Halong haben wir dann an einer Raststätte angehalten und ich hatte die schrecklichste Toilette in ganz Asien: ein Raum, keine Türen, ein Rinnstein rund um den Raum und Ziegelsteine für die Füße. Keine Spülung, keine Privatsphäre... Ungläubig bin ich raus und wieder rein gegangen bis ich mich überwinden konnte. Im nachhinein schon wieder lustig :P
Kurz vor Halong hat mich dann der local bus rausgeworfen "Halong Bay, Halong Bay" und ein Taxifahrer hat mir freudig gewunken. Moment, ist das Teil der Organisation? Ist das im Preis inbegriffen? Der Taxifahrer konnte kein Englisch und hat mir ein Telefon in die Hand gedrückt und ich hab mit einem Typ gesprochen, der meinte, dass ich gleich am Hafen ankommen werde. Gut, gut - wir dürfen gespannt sein...
Und ich habs tatsächlich geschafft um 13h ein Boot zu betreten - wer häts gedacht? ;-)
Wir sind mit dem Boot rausgefahren und haben erstmal ein Mittagessen bekommen - war auch bitter nötig, an der Raststätte hab ich nämlich nichts gegessen (hab die Toiletten gesehen und das ist ja irgendwie schon so eine Art Visitenkarte...)
Der erste Stop war eine gigantische Höhle mit allen möglichen Tropfsteinformationen - wunderschön und voller Touris. Die Höhle war mit asiatisch kitschigen bunten Lichtern grell beleuchtet und war gigantisch aber trotzdem kein Vergleich zu Konglor in Laos.

Tropfsteinhöhle

Sonnenstrahl in die Höhle
 In Halong Bay gibts nicht viel zu tun, aber viel zu sehen! Das war mein Anblick der nächsten 24h:



Hier treffen sich die Berge und das Meer und es ist einfach fantastisch! Erst hatte ich kurz überlegt die Halong Bay zu streichen, weil 1. zu teuer und 2. wahnsinnig touristisch, aber es war es einfach wert!
Auch wenn ich festgstellt habe, dass manche Leute an Board nur 45 Dollar bezahlt haben - 20 weniger als ich (solche Infos will man gar nicht wissen wenn man mehr bezahlt hat und sollte man auch nicht austauschen) hatte ich einen fantastischen Trip.
Der Rest hatte zu viele Versprechungen bekommen: Fleisch und Fisch 2x täglich, Bilder vom "unserem" Boot etc. und waren deshalb mehr als enttäuscht, als nichts davon eingehalten wurde.
Ich hab mich mit so Detailfragen gar nicht befasst, hatte keine Erwartungen und damit auch keine Enttäuschung. Etwas seltsam fand ichs dann aber doch, dass wir ein vegetarisches Abendessen (in Vietnam fast unmöglich) bekommen haben und die Bootscrew am Nebentisch Fleisch gegessen hat. Die restlichen Passagiere haben deshalb einen Aufstand gemacht, ich habs einfach ignoriert...

Schwimmender Obststand
 In der Abenddämmerung wurde es dann etwas windiger und es hat das Stürmen angefangen und ich hatte Angst vor einer ungemütlichen Nacht mit Seekrankheit, bin dann aber zum Glück sehr schnell eingeschlafen.


Halong bei Nacht
 Am nächsten Morgen bin ich um 5h aufgestanden, um den Sonnenaufgang zu sehen, da war es aber noch zu bewölkt und ich hab einfach nur die Ruhe auf dem Deck genossen und es war trotz allem sehr magisch :)

Bei der Rückfahrt nach Hanoi lief natürlich auch nichts glatt, aber beim 40-minütigen warten auf den Bus hab ich einen kreisrunden Regen"bogen" gesehn, der die Sonne umschlossen hat - ein bisschen erkennt mans hoff ich...

So, hab jetzt schon viel geschrieben, deshalb nur ein paar unkommentierte Fotos zu Ninh Binh - einer kleinen Stadt 5 Stunden westlich von Halong. Dort wimmelt es auch von Kalksteinen und man kann sie mit einem Ruderboot besuchen.

Der wohl grünste See, den ich jemals gesehen hab..
 Meine Motofahrerin hat mich dann auf einen Berg gescheucht und ich hab nach 10 Stufen das hecheln angefangen - es war wie in einem Backofen und ich merke, dass ich die letzten Wochen nur rumsaß für das Group paper ohne jeden Sport. Ganz oben gabs zum Glück eine super Aussicht und eine leichte Prise um die Nase.
Nicht mehr ganz hochrot ;)



Höhle im Kalkfelsen 

Muscheltauchen

Grün, grüner, Reis!
P.S. alleine Reisen ist in Ordnung, ich treffe lauter neue Leute und hab eine gute Zeit. Man ist hier praktisch nie alleine, abends bin ich brav im Hotelzimmer oder nehme wie heute einen sehr touristischen Nachtzug nach Sapa in die Berge.
Ich vermiss euch alle sehr, bin aber auch froh noch ein paar Monate dran gehängt zu haben - diese Reise ist jeden Cent wert und ich genieße es sehr!

Mein Besuch bei Anh in Danang

Nach dem Ende unserer Semesters hab ich noch ein paar Tage in Hoi An verbracht, um die Abschlussarbeit anzufangen und ein paar Sachen zu erledigen.

Heute hab ich Hoi An mit ein paar unterdrückten Krokodilstränchen im Auge verlassen und bin mit dem lokalen Bus nach Danang gefahren. Dauert nur ca. 40 min, allerdings verbringt man davon 10 min damit den Preis zu verhandeln. Es ist ein Fixpreis von 15.000 Dong (ca. 60 cent) – aber man kanns ja mal probieren... Es läuft immer nach dem gleichen Schema: Es fährt ein Mann mit, der im Bus kassiert. Man gibt ihm 15.000 Dong passend – er ist mehr als empört. Er wird wütend. Man selbst sollte cool bleiben, lächeln und im besten Vietnamesisch sagen, dass man Student in Hoi An ist und immer 15.000 Dong bezahlt. Warten. Und jetzt kommt das Entscheidende. Bleibt man cool und freundlich und verliert sein Gesicht nicht durch eine große Debatte über den Preis, schalten sich die Vietnamesischen Mitfahrer links und rechts ein und helfen einem beim Verhandeln. Wird man motzig und zickig hat man schon verloren.
Dieses Mal hab ichs so gut geschafft, dass der Kassierer mich so ins Herz geschlossen hat, ganz übereifrig wurde und mich an meiner Haltestelle raus gewunken und sich überschwänglich verabschiedet hat. Ein Vietnamesischer Freund mehr - ich bin ein Gewinner.

Die Vietnamesen hab ich in den letzten drei Monaten als ein sehr ruppiges Volk kennen gelernt, die (wenn man sie für sich gewonnen hat) an Herzlichkeit stark zulegen. Allerdings muss man sie erst mal knacken und das erfordert Geduld, Charme und einen Willen Vietnamesisch zu sprechen. Das mach ich mehr schlecht als recht – ein Grund mehr eine Nacht bei Anh, einer vietnamesischen Freundin, zu bleiben und zu üben.

In Vietnam gibt es unzählige Regeln und alles dreht sich um den Respekt vor dem Älteren. Die richtige Anrede bei Gesprächen und Verhaltensweise im Allgemeinen sind sehr wichtig – dementsprechend verkrampft bin ich...
Anhs Mutter spricht kein Englisch und ich hab zu wenig Vietnamesisch für Smalltalk gelernt (ich kann bei ihrer Mutter nicht wirklich einen Kaffee bestellen – aber ich kann es zumindest richtig aussprechen) also sind wir über „Mein Name ist Lisa, ich komme aus Deutschland, ich bin 23 Jahre alt und es ist schön Sie kennen zu lernen“ nicht hinausgekommen. 

Bei einer Sprachbarriere muss man die fehlenden Worte mit großen Gesten und Mimik ausgleichen – also hab ich mir beim Abendessen den Hintern abgeschauspielert. Ich stand nämlich unter permanenter Beobachtung von Anhs Mutter, die die Reaktion jedes Bissen, den ich genommen habe, abgewartet hat. Und als ich dachte, dass ich mich ganz gut schlagen würde (mit Stäbchen unter Beobachtung essen, nicht genau wissen – mischt man Nudeln und Reis? Was mach ich mit den Gräten? Etc.) wurde ich gefragt, warum ich meine Schüssel nicht in die Hand nehme und ein Stück zum Mund führe – das wäre doch einfacher.

Dafür ist meine Sozialisation zu stark: „Die Gabel kommt zum Mund, nicht der Mund zur Gabel“ - der Teller bleibt also auf dem Tisch, die Haltung sollte möglichst aufrecht sein und man beugt sich nicht über den Teller. Als ich dann gesagt habe, dass meine Eltern mir das so beigebracht haben, war das Argument genug. Familie geht hier über alles, wenn Muttern das so beibringt, dann ist das so.

Die Frage wohin mit den Gräten hab ich übrigens nicht geklärt – da keiner etwas ausgespuckt hat und ich nicht die Einzige sein wollte, hab ich mit der Hand (hoffentlich) unauffällig zum Mund gelangt und hab die Gräten in meiner Hosentasche verschwinden lassen. Bei unserem Abendspaziergang wurde ich sie dann wieder los...
Sollten sie das Manöver bemerkt haben, werde ich wohl als das seltsame deutsche Mädchen in Erinnerung bleiben, das so verrückt war und Gräten in ihrer Hosentasche gebunkert hat. Da muss ich grad selber schmunzeln.

Morgen stehen wir um 5:30 auf und machen Morgensport – kommt mir grad nicht so gelegen, weil es 23:51 ist und ich fern davon bin einzuschlafen. Aber ich werds überleben – je müder ich bin, desto besser schlaf ich die nächste Nacht, was nur gut sein kann, weil ich den Nachtzug von Danang nach Ninh Binh nehme. Dort warten Kalksteinberge und eine Bootstour durch Höhlen, bevor ich dann am Nachmittag nach Halong weiter fahre, um zur malerischen Halong Bay aufzubrechen. Ich freu mich!

Achja, ich reise alleine, werde auf mich aufpassen und bei Anbruch der Dämmerungen in einem Hotel sitzen und meine Abschlussarbeit schreiben – also braucht sich keiner Sorgen machen, dass ich abends irgendwo alleine rumgeister und geklaut werde.

Liebste Grüße von Schlaflos in Danang 

P.S.: Ich habs natürlich nicht geschafft aufzustehen, aber Anh hat auch verschlafen und jetzt sitz ich (trotzdem müde) an meiner Abschlussarbeit. Heute gehts dann um 16:50 in den Nachtzug und ich komm um 9h morgens an - ich hoffe das vergeht wie im Flug, bin aber mit Arbeit und Hörbüchern gut eingedeckt.

Vietnamesisch Kochen für Anfänger

Am Samstag Abend hatten wir eine Geburtstagsparty und deshalb war es besonders schlimm am Sonntag Morgen um 8 Uhr für einen Kochkurs aufzustehen - es hat sich allerdings als sehr toll rausgestellt!


Erstmal sind wir auf den lokalen Markt gefahren und unser Chefkoch hat uns lokale Gemüsesorten gezeigt und ein paar Sachen, die ich gar nicht soo genau wissen wollte - wie das untere Bild


Tja, man möchte es erst nicht wahr haben, aber es ist tatsächlich das was man denkt - von einem Bullen :P
Das war aber zum Glück kein Bestandteil unserer Einkäufe und dann gings ins Study Center, um den Kochkurs zu starten - juuuche :)

The Crew

Dieses Mal haben wir auch tatsächlich selber kochen können - in Indien hätte ich mir auch ein Youtube-Video anschauen können ;-)


Wir haben erst einen Bananenblütensalat gemacht. Rezepte bekommen wir diese Woche noch nachgereicht - hier erstmal das Bild:


Sehr lecker! Und wir haben noch Deko aus Karotten und Tomaten gemacht bzw. versucht 

Danach gings an die frischen Frühlingsrollen und das ist definitiv etwas, was ich in Deutschland beibehalten werde - schmeckt sehr gut und ist ideal als Brotzeit in der Uni!


Als nächstes (wir waren mittlerweile schon relativ gut gefüllt) haben wir Vietnamesische Reispfannkuchen gemacht - eine Spezialität aus Hoi An und auch sehr sehr lecker!


Der wurde kurz flambiert und mir war das nicht so geheuer (das Foto entstand eine Milisekunde nach der XXL-Stichflamme...)


Den Pfannkuchen schön mit einem Schwung wenden.

Eins...
Zwei...
DREI...


uuund HEPP (man beachte meinen herrlich konzentriert-dummen Gesichtsausdruck dabei... ^^)


und GESCHAFFT :-)


Mit Szenenapplaus von unserem Chefkoch und ich war schon ein kleines bisschen stolz ;-)

Ina beim Flambieren
 Und dann wurds gegessen - wird auch in den Bestand aufgenommen


Als letzten Gang gab es noch vietnamesischen Hot Pot mit frischen Fischsorten und Gemüse


Und wie unser Lehrer immer wieder betont hat "No Ploblem" für uns


In ein paar Monaten komme ich heim und dann dürft ihr euch über frische vietnamesische Gerichte freuen!

Unser schönes langes Wochenende in Hue und Dong Ha

Ich freue mich über das große Interesse an unserem Blog, deshalb gibts jetzt mal wieder einen Eintrag (trotz Group Paper- und Freizeitstress)!

Das letzte Wochenende war extralang - von Mittwoch Mittag bis einschließlich Montag hatten wir frei. Da Daniel etwas reisemüde ist und ich den Norden und den Süden im Anschluss noch bereisen werde, haben wir uns dazu entschlossen Zentralvietnam ein wenig genauer zu erkunden. Wir sind am Donnerstag Mittag nach Hue gefahren, ca. 3 Std nördlich von Hoi An. Die Bilder hab ich ganz unten eingefügt, deshalb gibts das Wochenende in umgekehrter Reihenfolge... Nach Hue sind wir nach Dong Ha gefahren, um die Demilitarisierte Zone (DMZ) zu besuchen - ein Stück USA-Vietnam-Geschichte.
Wir haben uns einen Guide genommen und sind mit ihm von Dong Ha aus durch die DMZ gefahren und haben uns verschiedene Stationen angeschaut. Der große Friedhof der gefallenen Soldaten aus dem Vietnamkrieg war die erste Station.





Hier liegen zahllose Soldaten nach der jeweiligen Region aufgeteilt beerdigt. Hier waren wir im Viertel der Soldaten aus Hanoi. Traditionell werden Räucherstäbchen für die Toten verbrannt und der ganze Friedhof war von einer Rauchwolke überzogen. (Das ist übrigens der Grund, warum mein seine Essstäbchen niemals senkrecht in die Nudelsuppe steckt, sondern auf den Tellerrand legt - die Ähnlichkeit zu den zeremoniellen Räucherstäbchen ist zu groß und niemand möchte beim Essen an den Tod erinnert werden)


Ich nehme mal an, dass das ein Ehrengrab ist, weiß es aber nicht mit Sicherheit, weil unser Guide trotz aller Versprechungen nicht besonders gut in Englisch war und kaum was erzählt hat. Er wurde aber etwas gesprächiger, als wir den Reiseführer gezückt haben und einfach mal laut nachgelesen haben ;-) 


Die Beteiligung der Frauen im Vietnamkrieg war nicht zu unterschätzen: Direkte Beteiligung, Ermutigung der Söhne und Ehemänner zum ehrenhaften Einsatz im Krieg und Unterstützung der Truppen durch Essen und Monition. Frauen sind nicht immer der friedliche und friedliebende Part einer Gesellschaft ;-)

Weiter gings über kleine Feldwege und ich saß auf Daniels Roller hinten drauf und hab die Schläge der Schlaglöcher immer ein klein bisschen stärker abbekommen - hat aber echt Spaß gemacht über Stock und Stein zu fahren und unser Guide hat das Beste aus seiner Maschine rausgeholt - so much fun :) 


Schlammig - juuuche!

Der weltwohl beste Kraftfahrzeugsführer ;-)

Unten ist ein Denkmal zum Vietnamkrieg (bzw. American War, wie er hier heißt), das an der Verbindungsbrücke zwischen Nord- und Südvietnam plaziert wurde.


Verbindungsbrücke

Flaggenturm und Museum zum Vietnamkrieg
 Unsere letzte Station waren die Vinh Moc Tunnel, aber erstmal sind wir an einer Pfefferplantage vorbeigefahren und haben frischen Pfeffer genascht - so lecker und im Abgang verdammt scharf!


Pfeffer

Und so sieht das dann aus, wenn man stolz ist frischen Pfeffer in der Hand zu haben

Wertstofftransport auf dem Fahrrad
 Vinh Moc war ein kleines Dorf an der Küste Zentralvietnams, das nach ununterbrochenem Bombardement der US-Amerikaner beschlossen hat, ein dreischichtiges Tunnelsystem zu graben und das Leben unterirdisch fortzusetzen.


Einer der 12 Eingänge

Heute von Bambus umgeben und eine herrliche Aussicht aufs Meer

Das Bombenloch ist größer als Daniel

Bomben, die auf das Gebiet geworfen wurden
Bombenwarnsystem mit einer alten Bombe

Das Museum

3 Ebenen und bis zu 23 Meter tief - sehr beeintruckend!

Kleine "Räume" mit Platz für das Familienleben

Ich hab knapp reingepasst und musste mich meistens bücken...
 Die Tunnel sind insgesamt 2km lang und bestehen aus 3 Ebenen - in 12 Meter Tiefe bis zu 23 Meter tief. Ca. 90 Familien haben hier für 5 Jahre gewohnt und in der Zeit wurden 17 Babies geboren. 
Es war wirklich beeindruckend und es ist unfassbar, was in 18 Monaten entstehen kann!
Das Tunnelsystem war auch sehr stabil und hat allen Bomben standgehalten - andere Tunnel in Vietnam fielen in sich zusammen und haben alle dort lebenden Familien begraben. 

Daniel und ich waren wirklich hin und weg von den Tunneln und unser Guide hat sich darüber sichtlich gefreut - das ist schon ein stolzer Teil der Geschichte für die Vietnamesen ;)

Danach gings auf den Heimweg durch die wunderschöne Küstenlandschaft - einfach schön!

Typische Kokusnussboote

Der Roller - DAS Transportmittel

Salzgewinnung


Chinesischer Friedhof am Straßenrand



Reisfelder wohin das Auge reicht

So, jetzt kommt noch der Einschub zu Hue!
Auf dem Weg nach Hue sind wir mit dem Bus zu einer kleinen  Raststätte gefahren worden und waren kurz an diesem gespenstig zauberhaften See unterwegs:


In Hue angekommen haben wir per Zufall das Hotel ausgesucht, in dem auch ganz viele andere Studenten aus dem Psychologiekurs untergekommen sind.
Abends gings dann erstmal ans Flussufer, um die kitschig-schönen Lichter der Brücke und des Lotusrestaurants zu bestaunen.




Am nächsten Tag haben wir uns Fahrräder ausgeliehen und sind damit durch die Stadt zu der alten Zitadelle gedüst.  

Per Hand wird die Straßenmarkierung aufgemalt - ein Herz :)

Zitadelle von Hue


Nach der Verbotenen Stadt in Peking war das jetzt im Vergleich eher enttäuschend. Der französische und amerikanische Krieg haben von der einstigen Pracht wenig übrig bleiben lassen und so waren wir ziemlich schnell durch. Aber ich hab mich sehr über die Elefanten gefreut - auch wenn ich mich gegen jede weiteren Aktivitäten mit Tieren entschieden habe wars doch schön sie zu sehen ;-) 




Die Ehrenbomben
 Zum Abschluss haben wir noch mit einem lokalen Bier aus Hue angestoßen - das Huda, gebraut mit dänischer Technologie - Globalisierung ist doch was Feines :-)


Das Studium dauert jetzt noch 3 Wochen und wir sind in der heißen Phase für das Group Paper - deshalb werd ich erstmal wieder fauler werden mit Blogeinträgen - danach wieder mehr!
Daniel kommt Mitte April wieder und ich Mitte Juli - ich freu mich schon, bin aber auch gespannt auf Laos, Indonesien, Singapur und und und :-)

Mein Phantasieessen im Moment: eine bayerische Brotzeitplatte mit Obazda, Breze und Kipferl und einen riesigen gemischten Salat!


Liebste Grüße aus Hue!